Zurückführen der Energie

Quelle: Die Zauberin Taisha Abelar

Rekapitulation

 

Was ist Rekapitulation und wie wird sie angewendet?

 

Dieser Augenblick des unmittelbaren Wissens, sagte sie, wurde den Leuten, denen wir die Rekapitulation verdanken, »der Seher« genannt, weil wir hier mit ungetrübtem Blick unmittelbare Einsicht in die Dinge gewinnen. Doch so klar und richtig die Einschätzungen des Sehers auch sein mögen, wir achten nicht auf ihn und geben ihm keine Chance, uns zu erreichen. Und da wir ihn ständig unterdrücken, unterbinden wir sein Wachstum und verhindern, dass er seine Möglichkeiten voll entwickelt.

»Am Ende ist der Seher in uns voller Hass und Bitterkeit«, fuhr Clara fort. »Die alten Zauberer, die Erfinder der Rekapitulation, glaubten, dass der Seher uns schließlich vernichtet, weil wir einfach nicht aufhören, ihn zu knebeln. Aber sie sagen uns auch, dass wir den Seher durch die Rekapitulation wachsen lassen können, damit er zu dem wird, was er eigentlich sein soll.«

»Mir war noch nie so recht klar, was es mit der Rekapitulation auf sich hat«, sagte ich.

»Der Zweck der Rekapitulation besteht darin, dem Seher die Freiheit zu sehen zurückzugeben. Wir lassen ihn tun, was er zu tun hat, damit können wir ihn ganz gezielt zu einer ebenso geheimnisvollen wie wirkungsvollen Kraft machen, die uns schließlich zur Freiheit führt, anstatt uns zu töten.

Deshalb sage ich dir immer, du sollst mir erzählen, was du beim Rekapitulieren herausfindest. Du musst den Seher an die Oberfläche bringen, du musst ihn sprechen lassen, damit er sagen kann, was er sieht.«

 

 

Zur Rekapitulation, sagte sie, gehöre es, uns an alle Menschen zu erinnern, denen wir je begegnet sind; an alle Orte, an denen wir je gewesen sind; an alle Gefühle, die wir je gehabt haben. Von der Gegenwart geht man zurück bis zu den allerersten Erinnerungen, dann werden sie eine nach der anderen mit dem »Fegeatem« sauber gefegt. Ich hörte ihr wie gebannt zu, wenn ich auch nicht verhehlen konnte, dass ihre Worte mir völlig unsinnig erschienen.

 Aber bevor ich irgendetwas sagen konnte, nahm sie mein Kinn fest in die Hand und sagte, während sie mir den Kopf nach links drehte, ich solle durch die Nase einatmen, und dann, als sie ihn nach rechts drehte, sollte ich wieder ausatmen. Danach musste ich meinen Kopf in einer durchgehenden Bewegung nach links und nach rechts wenden, ohne dabei zu atmen. Sie sagte, das sei eine geheimnisvolle Art des Atmens und der Schlüssel zur Rekapitulation, denn das Einatmen erlaube uns, verlorene Energie zurückzuholen, während wir mit dem Ausatmen fremde und unerwünschte Energien loswürden, die sich durch den Austausch mit anderen in uns angesammelt hatten.

 

»Versuche beim Rekapitulieren lange dehnbare Fasern zu spüren, die von deiner Körpermitte ausgehen. Harmonisiere die Kopfdrehungen mit der Bewegung dieser schwer fassbaren Fasern.. Sie sind die Leitungen, durch die die Energie, die du überall gelassen hast, zu dir zurückfließt. Um unsere Kraft und Ganzheit wiederherzustellen, müssen wir unsere von der Welt gebundene Energie befreien und zu uns zurückziehen.«

Bei der Rekapitulation, versicherte sie, strecken wir diese dehnbaren Fasern durch Raum und Zeit aus zu den Menschen, Orten und Ereignissen, die wir uns jeweils vor Augen führen. Dadurch können wir zu jedem Augenblick unseres Lebens zurückkehren und so handeln, als. wären wir wirklich dort.

Diese Möglichkeit ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen.

 

 

Doch dann sagte sie, der erste Schritt besteht darin, eine Liste aller Menschen anzulegen, denen ich je begegnet war- angefangen von der Gegenwart bis zurück zu meinen frühesten Erinnerungen.

»Schwierig ist es, keine Frage«, sagte sie, »aber nicht unmöglich Und ein absolut notwendiger Teil der Rekapitulation. Die Liste ist ein Gerüst dar, an das unser Geist sich halten kann.«

Die Anfangsphase, sagte sie, bestehe aus zweierlei. Das Erste die Liste, das Zweite die Inszenierung. Und die Inszenierung besteht darin, dass man sich alle Details der Ereignisse, an die man sich erinnert, bildlich vor Augen führt.

»Wenn du alle Elemente beisammen hast, wendest du den Fegeatem an. Die Kopfbewegung fungiert wie ein Fächer, der alles in dieser Szene in Bewegung setzt. Wenn du dich zum Beispiel an ein bestimmtes Zimmer erinnerst, dann atmest du alles ein, was du da siehst, die Wände die Decke, die Möbel, die Leute. Und hör nicht auf, bevor auch der  letzte Rest der Energie absorbiert ist, die du dagelassen hast.«

"Woher weiß ich, wann das der Fall ist?", fragte ich.

»Dein Körper sagt dir, wann es reicht«, versicherte sie. »Denk  daran: Du musst beabsichtigen, all die Energie, die du in der jeweiligen Szene gelassen hast, einzuatmen, und du musst beabsichtigen, fremde Energie, die andere in dir zurückgelassen haben, auszuatmen.

 

Clara sagte, die Rekapitulation müsse damit anfangen, dass wir die Aufmerksamkeit auf unser bisheriges Geschlechtsleben richten.

»Warum muss man gerade da anfangen?«, fragte ich sie daraufhin argwöhnisch.

»Weil da der Löwenanteil unserer Energie festsitzt«, erklärte sie. »Deshalb müssen wir diese Erinnerungen zuerst befreien.«

Clara hatte gesagt, ich dürfe beim Rekapitulieren nie Schuhe tragen, da sie die Füsse einzwängen und die Energiezierkulation behindere.

Clara schüttelte mich an den Schultern. »Mach den Fegeatem sagte sie. »Atme es jetzt ein.«Ich bewegte den Kopf von rechts nach links und atmete die Energie ein, die immer noch hoffnungslos dort im Budokan gefangen war„ Als ich den Kopf wieder nach rechts drehte, atmete ich all die Bestürzung , all das Selbstmitleid aus die mich umklammert hielten. Ich bewegte den Kopf immer wieder mit dem Fegeatem, bis dieser ganze emotionale Wust aufgelöst war. Dann bewegte ich den Kopf, ohne atmen, von rechts nach links und wieder zurück und durchtrennte alle Verbindungen zu diesem Augenblick meiner Vergangenheit. Als ich  fertig war, musterte Clara mich von Kopf bis Fuß und nickte.

Weshalb sollten wir Rekapitulieren, im Buch die Kunst des Prischens habe ich gelesen,

das Don Juan sagte: Wenn wir sterben, wird unser ganzes Bewusstsein vom Adler verschlungen und es geht darum ihm was anderes anzubieten, und zwar alles, das wir rekapituliert haben. Darum ist die Rekapitulation für uns so wichtig. Um das Bewusstsein zu behalten, wenn wir in die Freiheit hinüberwechseln. Es steht mir nicht zu, noch weiter mit meinen eigenen Worten zu berichten, den ich bin in der Kunst des Prischens

noch ein Frischling!

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