Das Nachbild oder das Gaffen    

Die Übung des Gaffens stärkt unsere zweite Aufmerksamkeit, und damit die Kraft zum Träumen.

Quelle:

Norbert Classen schreibt dazu in seinem Buch das Wissen der Tolteken:

« So halte ich die Kombination von Gaffen und Träumen für die beste Art, »sehen« zu lernen, jene besondere Wahrnehmungsart, der sich die Tolteken bedienen, um die Welt so zu erkennen, wie sie wirklich ist, nämlich eine Welt der leuchtenden Energiefelder.»

 

 

Quelle:

Lothar- Rüdiger Lütge schreibt in seinem Buch «Carlos Castaneda und die Lehren des Don Juan»

 

«Wir müssen während unserer Übung uneingeschränkt wach und aufmerksam sein. Mit vollkommener Konzentration und Bewußtheit haben wir unsere Sinne auf das Objekt der Meditation zu lenken. Verkrampfungen und innere Zwänge sind hierbei zu vermeiden.»

«beim Gaffen sei die Körperhaltung sehr wichtig. Dabei müsse man, ‚..., am Boden auf einem weichen Blätterteppich oder auf einem weichen Kissen aus Naturfaser sitzen. Mit dem Rücken müsse man sich gegen einen Baum oder einen flachen Stein lehnen. Der Körper müsse ganz entspannt sein. Die Augen dürfe man nie auf das Objekt fixieren, damit sie nicht ermüden. Das Gaffen bestand nun darin, daß man den Blick ganz langsam im Gegensinn des Uhrzeigers – über den angegafften Gegenstand gleiten ließ, ohne den Kopf zu bewegen. Wie beim »richtigen Gehen« ist auch beim >>Gaffen<< unser Erfolg von der Intensität und der Ausdauer abhängig, mit der wir diese Technik üben. Mit Sicherheit werden Wir das Anhalten des »Inneren Dialogs<< nicht in einigen Tagen oder Wochen praktizieren können. Wir sollten uns bewußt sein, daß Carlos Castaneda Jahre brauchte, um dieses Ziel zu erreichen. Wenn wir es mit der Suche nach der Realität jedoch ernst meinen, dann sollten wir auch das gewissenhafte und systematische Üben nicht scheuen. Don Juan bezeichnet das Einstellen des «Inneren Dialogs» als den Schlüssel zur Welt der Zauberer .Wir müssen die Klippe überwinden, um den Gipfel unseres Weges erreichen zu können.»

«Da der Erfolg dieser Übung im Wesentlichen auf der uneingeschränkten Zentrierung unserer Aufmerksamkeit beruht, empfiehlt uns Don Juan, beim »Gaffen« eine bestimmte Körperhaltung und Sitzposition einzunehmen. Es wird auf diese Weise angestrebt, die physischen Bedingungen während der Übung optimal zu gestalten. Körperliche Ablenkungen und Hindernisse in unserer Konzentrationsfähigkeit sollen ebenso vermieden werden wie physisch bedingte Ermüdungserscheinungen.»

 

 

 

 

Im Buch «Mouches Volantes» :

Nestor lies Floco im Hühnerstall auf einen Teller grosses Spezial Fenster Gaffen, das aus zwei Kreisfiguren mit Doppel Membranen bestand. Die innere Membran war leicht nach Innen gewölbt, das verlieh dem äusseren Ring eine sehr helle Leuchtkraft.  

 

 

 

Floco Tausin beschreibt es in seinem Buch Mouches Volantes so:

«Die Übung, die Nestor mir darauf erklärte, hörte sich nicht allzu schwierig an: Es schien lediglich darum zu gehen, den Blick für eine Weile konzentriert auf das Fenster zu richten, so als übte ich, das Bild als ein Ganzes zu sehen. Dann sollte ich das Nachbild des Fensters auf den schwarzen Wänden sehen, so lange, bis es ausgebleicht war und das Ganze würde von vorn beginnen. Nestor forderte mich ohne weitere Umschweife auf,

das Nachbild sehen zu versuchen. Unmotiviert stellte ich mich gemäß seinen Anweisungen an die Rückwand und blickte auf das Fenster. Als ich nach einer Weile meinen Blick davon löste, sah ich nun deutlich dessen farbiges Nachbild, welches sich durch den dunklen Raum bewegte. Nachdem es seine Leuchtkraft verloren hatte und von der Dunkelheit ganz absorbiert war, konzentrierte ich mich erneut auf das Fenster und dann auf dessen Nachbild. Diesen Vorgang wiederholte ich noch zwei weitere Male, danach verlor ich die Geduld: Ich fand, ich hatte genug gesehen. Ich sagte zu Nestor, es sei überhaupt nicht schwierig, das Nachbild zu sehen.
Er schien ärgerlich über meine Feststellung und warf mir vor, dass ich nicht genau hingesehen hätte, dass ich nicht hinsehen wollte. »Es geht nicht darum, das Nachbild nur anzuschauen<<, sagte er eindringlich. >>Du musst es festhalten können um es richtig zu sehen. Du bist nicht wach genug.« Mit diesen Worten verließ Nestor den Stall und kam bald darauf mit zwei gleichen Holzklötzen und einem schmalen Brett zurück. Er legte die beiden Klötze auf den Boden und setzte das Brett parallel zur Fensterwand darauf. Dann hieß er mich, auf das Brett zu steigen. Als ich dort oben stand, korrigierte er meine Haltung. Schließlich standen meine Füsse parallel zueinander, die Knie leicht gebeugt, Arme und Hände ließ ich entspannt hängen.

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