Technik des richtigen Gehens

Auch eine Art den inneren Dialog abzustellen ist die Technik des (richtigen Gehens). Dazu eine kleine Erklärung von Don Juan.

 

Quelle: Lothar -Rüdiger Lütge

Das richtige gehen, sagte er, sei eine List. Dabei lenkt der Krieger durch das einkrümmen der Finger seine Aufmerksamkeit zuerst auf seine Arme. Dann, indem er – ohne seinen Blick zu zentrieren- auf irgendeinen Punkt geradeaus, vor sich auf einen an seinen Fußspitzen beginnenden und über den Horizont endenden Bogen schaut, überflutet er buchstäblich sein Tonal mit Informationen. Das Tonal, sagte er, könne dann ohne unmittelbaren Kontakt mit den Elementen seiner Beschreibung, nicht mehr mit sich selbst sprechen und so entstehe das innere Schweigen.

 

»Am Anfang unserer Verbindung hatte Don Juan mir eine Technik geschildert: Sie bestand darin, lange Strecken zu Wandern, ohne den Blick auf irgendetwas zu konzentrieren. Er hatte mir empfohlen, nichts direkt anzusehen, sondern mit den Augen leicht einwärts zu schielen, um alles, was sich dem Blick darbot, peripher im Auge zu behalten. Er hatte behauptet, auch wenn ich es damals nicht verstand -, daß es möglich sei, beinahe alles gleichzeitig wahrzunehmen, was in einem Winkel von 180° Grad vor einem liegt, wenn man den Blick, ohne zu zentrieren, auf einen Punkt knapp über dem Horizont richtet. Ich hatte diese Technik jahrelang praktiziert, ohne eine Veränderung zu bemerken, doch ich hatte ohnehin keine erwartet. Eines Tages aber war mir überraschend bewußt geworden, daß ich soeben zehn Minuten gegangen war, ohne ein einziges Wort mit mir selbst zu sprechen. Ich hatte bei dieser Gelegenheit auch erkannt, daß das Anhalten des >Inneren Dialogs< mehr bedeutet als ein bloßes Zurückhalten der Worte, die ich zu mir selbst sprach. Mein ganzer Denkprozess hatte ausgesetzt, und ich hatte das Gefühl, zu schweben, dahin zutreiben.«

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